Atomic Kiwi ist lauter als der Wind 2


Nach dem gestrigen Tag im Legoland in Billund wollten wir uns heute wieder einen schönen Tag am Meer machen. Ein bisschen skeptisch ob des kräftigen Windes packten wir unsere sieben Strandsachen und schlenderten die rund 700 Meter durch die Dünen zum Strand. Dort sonnten sich tatsächlich einige wenige Hartgesottene im Sandsturm. So hartvwaren sie dann doch nicht, denn während wir den Sonnenschirm als Windschutz im Sand eingruben, ergriffen die anderen Strandbesucher die Flucht. Als der Sandsturmschutz stand, schnappte sich Sonja einen Krimi und ich meinen Atomic Kiwi, um ihn im Wind einige Runden drehen zu lassen. Sonja gesellte sich kurz dazu, um einige Fotos zu machen. So stand ich mit den Füßen in der tosenden Brandung, ließ den Drachen Sturzflüge, Loopings und andere Kunststücke vollführen und beobachtete die wenigen anderen Strandbesucher. Da war eine Familie, die sich 100 Meter entfernt direkt an den Dünen eine Strandmuscheln aufgebaut hatte, die den Kampf mit dem Wind allerdings zu verlieren schien. Außerdem waren vor uns hinter mir noch weitere Drachenakrobaten. Zwischendurch kamen noch drei junge Frauen auf der Suche nach einem windstillem Plätzchen, dass sie weder an den Dünen, noch mitten am Strand fanden und wieder von dannen zogen. Es gab auch noch den Jungen, der seinem großen Schwimmreifen nachlief, der sich selbstständig gemacht hatte und erst einige hundert Meter später einfangen ließ. Plötzlich sprach mich ein südländisch aussehender Mann an, der sich von hinten mit seinem Sohn an mich herangepirscht hatte. "Hello. You are german?" "Yes", antwortete ich und war mir sicher, er würde mir zu den guten Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft gratulieren wollen und uns für heute Abend alles Gute wünschen. Schließlich drückt uns die ganze Welt die Daumen, habe ich heute Morgen aus der Bild erfahren. "Könnten Sie Ihren Drachen ein bisschen weiter drüben fliegen lassen?", fragte er statt dessen und zeigte den Strand entlang, "wir würden gerne ein bisschen Ruhe haben." Nun zeigte er auf die Familie mit der missratenen Strandmuschel an den Dünen." "Mein Drachen ist Ihnen zu laut?" fragte ich ihn, denn ich war mir nicht sicher, ihn richtig verstanden zu haben, hier mitten in der Brandung, während der Wind um meine Ohren pfiff. "Ja, wir hätten gerne etwas Ruhe." "Und mein Drachen ist Ihnen bei diesem Wind zu laut!" "Genau. Also vielleicht ein kleines bisschen in die Richtung." Und zeigte wieder den Strand entlang, bevor er sich mit seinem Sohn, der wohl etwas vom Paten lernen sollte, wieder umdrehte und kehrt machte. Sein Glück, dass er gegen den Wind lief, sonst hätte ich meine gerade trainierten Sturzflüge mal über seinem Kopf ausprobiert. Um eine Rückkehr des Paten mit seinem ganzen Clan zu vermeiden und weil ich nun eh schon über eine Stunde geflogen war, gönnte ich Atomic Kiwi eine kontrollierte Landung, packte zusammen und erzählte dabei Sonja von meinem Erlebnis – eigentlich brüllte ich sie an, um gegen den Wind anzukommen. Wir saßen dann noch eine Weile im Windschutz und fragte uns, ob der Pate wohl die Möwen, die kreischend über seiner Familie kreisten, mit Steinen zur Ruhe bringen würde.

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2 Gedanken zu “Atomic Kiwi ist lauter als der Wind

  • Martina

    Mensch Martin,
    dass Du aber auch immer im Weg rum stehen musst. Gönn den anderen Urlaubern doch auch mal etwas von der Sonne 🙂
    Wir sitzen hier ja auch im Keller und sehen das Licht nur aus weiter Ferne. Sind aber froh gelaunt und harren der Dinge, die da heute Abend kommen werden. Ole, ole, ole…
    Liebe Grüße von Deiner "Lieblings"-Kollegin Martina

  • Detlef

    Die Deutschen machen sich auch überall unbeliebt, erst bei den Serben, dann bei den Britten, den Argentiniern, den Span …,  den Niederl … und Du ärgerst die Urlauber in Dänemark!
    Schöne Tage weiterhin mit einem Gruß aus GM.