Schon wieder ist es heiss, als wir – zum Glück erst um kurz vor 20 Uhr – die Markthalle in Hamburg betreten. Erinnerungen werden wach, an das letzte Markthallen-Marillion-Konzert im Jahr 2004. Damals murmelten die Marillios ein fantastisches Konzert, das nicht nur den Fans in fantastischer Erinnerung geblieben war …
dazu später mehr. Zunächst die übliche Last einer normalen CD-Release-Tour: Die Vorband überstehen. Kein Problem diesmal, denn die deutsche Band Sternkin machte einen wirklich guten Job. Ihr Auftritt hatte zwar etwas von einer Schülerband, aber die Musik war durchaus hörenswert. An eine Schülerband erinnerte übrigens auch der Merchandising-Auftritt von Sternkin nach dem Konzert. Da sie scheinbar noch keine CD veröffentlicht hatten, verkauften sie kurzerhand Demo-CDs für 4 Euro. Die gingen zumindest und verdientermaßen gut weg.
Um kurz nach 21 Uhr ertönten dann endlich die heiß (sic!) erwarteten Klänge vom "Splintering Heart". Schon beim ersten Titel war Sänger H die übermäßig gute Laune anzusehen. Wild tanzend und in seiner üblicher Theatralik feierte er mit dem von Beginn enthusiastisch feiernden Publikum. Selten habe ich H so natürlich und entspannt erlebt und es war nun auch schon mein … ungefähr zehntes Marillion-Konzert. Schon nach dem ersten Titel sprach H das letzte Konzert in der Markthalle an, das er als das Beste der Marbles-Tour in Erinnerung habe … und die Hitze von damals hatten sie auch nicht vergessen, ergänzte Pete. Nun wollten sie sich bemühen, dieses unvergessliche Konzert von damals noch zu toppen.
Mit You’re Gone folgte dann die erste Single des letzten Albums, bevor es zum vielleicht ersten Schwachpunkt "Faith" kam. Lustig allerdings, dass Pete zunächst "Faith" von George Michael anstimmte – um ehrlich zu sein: Der bessere Titel! Das war es dann aber auch mit Schwachpunkten, denn die Setlist hätte besser kaum sein können. Ein netter Marillion-Fan aus der ersten Reihe wünschte sich anschließend Waiting To Happen und schon so früh am Abend erfüllte H diesen Wunsch und die Halle kochte (sic!#2). Diese nette Marillion-Fan avancierte allerdings am gleichen Abend noch zur absoluten Flachpfeife, als er sich nämlich Ocean Cloud wünschte und dafür mein geliebter Unsichtbarer Mann auch noch unhörbar wurde!
Aber erstmal freute ich mich über wunderbare Songs wie Afraid Of Sunlight, Somewhere Else, Beautiful und Man Of The Thousand Faces. Als U2-Fan musste ich nicht einmal auf eine "Bono-Speach" verzichten. H ist ebenfalls auf den "Make Poverty History"-Zug aufgesprungen und animierte uns, ebenfalls den Mund aufzumachen, um die Armut zu beenden. Der passende Titel dazu: A Voice From The Past. Anschließend wurde das erste Set mit einer Hommage an den King beendet wurde. Zur Zugabe ließen sich die fünf schweißgebadeten Musiker einige Zeit, kamen dann aber erneut übermäßig gut gelaunt wieder. Ocean Cloud wäre nun sicherlich in voller Version ein würdiger Ersatz für den Invisible Man gewesen, aber wie immer blieb es beim Edit. Es folgte anschließend schon die Gänsehaut-Reise nach Neverland. Bei den meisten Konzert der Tour war hiernach das Konzert beendet – aber wie gesagt: Ein besonderer Abend verdiente auch ein besonderes Ende. Das folgte mit einer weiteren Zugabe, mit einem gewünschte The Space, dem mäßigen The Release und dem überwältigen Easter, dass allerdings hauptsächlich vom Hamburger Publikum gesungen wurde, während H sich ausruhte und die Stimmung genoss.
Ein toller Abend fand nach 2,5 Stunden sein durchnässtes Ende, aber es war ein weiteres Marillion-Konzert, dass auch aufgrund der kleinen Jam-Session noch lange Gesprächsthema bleiben wird. Und wenn ich es richtig verstanden habe, bestehen Chancen, dass die Marillios vielleicht zu Weihnachten wieder kommen. Dann wird es sicherlich einmal nicht so warm sein in der Markthalle … Die Setlist im Überblick:
Splintering Heart
You’re Gone
Faith
Waiting To Happen
Thankyou Whoever You Are
Afraid of Sunlight
A Voice From The Past
Fantastic Place
Somewhere Else
The Other Half
Beautiful
Man of a Thousand Faces
Between You and Me
King
Encore I
Ocean Cloud
Neverland
Encore II
The Space
The Release
Easter
Ich war übrigens auch dabei! Tolles Konzert!