#berlinlegend – Das große Spektakel …


… sollte es werden, doch am Ende war es die übliche Qual der 42,195 Kilometer. Dabei hatte ich es diesmal viel professioneller angehen lassen als noch bei meinem ersten Marathon-Erlebnis vor zwei Jahren.

Vorfälle

Doch fangen wir am Anfang des Jahres 2019 an. Sogar meine Frau hat mich beim Unternehmen #berlinlegend unterstützt, indem sie mir zu Weihnachten eine Leistungsdiagnostik geschenkt hatte. Doch bevor es soweit war, musste ich erstmal einen schmerzfreien Bandscheibenvorfall überstehen. Der hat mich aber wirklich kaum aus der Bahn geworfen, so dass ich schon im Februar in sehr guter Form meine ersten langen Trainingsläufe über 25 Kilometer absolvierte.

Das hatte mein Trainingsplan auch vorgesehen, denn auch was die Trainingssteuerung anging, habe ich es professioneller versucht und dem Greif-Team vertraut. Allerdings musste ich früh erkennen, dass die Trainingspläne vom Umfang her für mich nicht zu schaffen waren. Es gibt ja noch andere Verpflichtungen wie Beruf und Familie. Trotzdem habe ich die Trainingspläne gerne als Anregung genommen und mich häufig auch an die Vorgaben gehalten.

Ziele und Tiefs

Im Laufe des Jahres kristallisierte sich langsam heraus, dass nicht nur das Ziel unter 4 Stunden machbar sein müsste, sondern vielleicht sogar ein bisschen mehr. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dieses Ziel sogar relativ locker erreichen zu können … bis ich dieses Gefühl wieder verlor. Beim Generalproben-Marathon in Wardenburg war ich noch optimistisch, konnte ich doch meine HM-Rekordzeit auf 1:45:11 verbessern, doch danach ging es aus unerfindlichen Gründen bergab. Bei den Trainingsläufen war mein Puls plötzlich viel zu hoch und so richtig frisch fühlte ich mich auch nicht mehr.

Na gut, vielleicht ein kurzes Zwischentief, hoffte ich, bevor ich mit Unterstützung meiner Familie am letzten September-Wochenende nach Berlin gereist bin. Das Sightseeing am Sonnabend sollte eigentlich reduziert ausfallen, als ich aber abends mit Beinschmerzen im Bett lag, wusste ich, dass wird nicht gut ausgehen. Trotzdem habe ich mich nach einer schlaflosen Nacht am nächsten Tag weit vorne in meinem Block eingereiht, um nicht zu viel Zeit beim Überholen zu verlieren.

Endorphine

Nach dem Startschuss haben die Endorphine dafür gesorgt, dass ich wie zu erwarten zu schnell angegangen bin. Daran ist nicht zuletzt auch mein stellvertretender Schulleiter Schuld, der mir noch am Morgen eine E-Mail mit dem Hinweis geschrieben hat, dass noch kein Mitglied der Schule schneller als 3:38 Stunden gelaufen sei. Eine utopische Zeit für mich, aber man wird ja träumen dürfen.

Die ersten Kilometer bin ich also um die 5 Minuten angegangen, eigentlich kein Problem, wenn mein Puls mir nicht verraten hätte, dass ich das Tempo nicht laufen kann. Noch vor wenigen Wochen war ich in Wardenburg etwas schneller bei geringerem Puls gelaufen … das war es, was mir die ganze Zeit durch den Kopf ging. „Warum ist mein Puls so hoch?“ und „Du MUSST langsamer laufen!“. Na, wer nicht auf seine innere Vernunft hören will, muss fühlen und das schon nach 25 Kilometern.

Hölle und Vernunft

Bis dahin hatte ich eine HM-Zeit von knapp 1:53 Stunden gelaufen – das Ziel unter 4 Stunden sollte damit locker zu erreichen sein, denn einen HM unter 2 Stunden laufe ich eigentlich locker. Tja, eigentlich. Aber nicht, wenn man zu Beginn nicht auf seine innere Vernunftstimme hört. So passierte das, was ich eigentlich vermeiden wollte: Die letzten 15 Kilometer wurden zur echten Qual. Bei KM 37 bin ich nur noch 6:26 Minuten gelaufen – völlig am Ende.

Doch gleichzeitig war ich nun auch in der Lage auszurechnen, dass es nicht für unter 4 Stunden reichen würde, wenn ich mich nicht am Riemen reiße. So habe ich die Zeiten stetig steigern können und bin die letzten fünf Kilometer wieder unter 6 Minuten gelaufen. Auf keinen Fall wollte ich mit einer Zeit knapp über 4 Stunden das Ziel erreichen, das hätte ich mir ewig vorgeworfen.

Dauerregen und Rekord

Ob das Wetter für den Einbruch eine Rolle spielte, kann ich mir nicht vorstellen, aber verschweigen möchte ich nicht, dass es nach der Hälfte zu regnen begonnen hatte und schließlich richtig heftig goss, was aber wohl mehr meine Fans zwischen 5 und 69 Jahren störte, aber auch diese ließen sich nicht vom Regen abhalten. Alle fünf bis zehn Kilometer konnte ich mit meinen Jungs, meiner Frau und meinen Eltern abschlagen – ein toller Support. Nur im Ziel haben sie mich erneut – wie vor zwei Jahren – verpasst. Dieses habe ich wirklich völlig erschöpft nach offiziellen 3:59:01 Stunden erreicht, fast 15 Minuten schneller als vor zwei Jahren.

Noch ein paar Daten:

  • Trainingskilometer von Januar bis zum Rennen: 1198 km
  • Marathonzeit (netto): 3:59:01 Stunden
  • Platzierung (AK40): 2938 von 5120
  • Platzierung (gesamt): 16301 von 30472

Marathoni

Da MarDeeke es nicht lassen konnte, mich darauf hinzuweisen, dass man erst mit drei gelaufenen Marathons ein echter Marathoni sei (diese Regel hat er sich wahrscheinlich selbst ausgedacht) und ich natürlich meine Qualen und die Gedanken währenddessen („Nie wieder tue ich mir so etwas an“) schon wenige Tage später vergessen hatte, habe ich mich also erneut für Berlin beworben und wurde gelost. Ich werde mich so lange wieder beim Berlin-Marathin anmelden, bis ich endlich im Sonnenschein das Brandenburger Tor durchlaufen werde:

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