Stoppt den Hass


Als es noch keine Fan-Communities im Internet gab, die frühzeitig jeden kleinen Auftritt, jede Erscheinung von Künstlern wie U2 ankündigten, musste man sich auf etwas anderes verlassen: Zufall!

Anfang 1993 – U2 befanden sich gerade auf dem Höhepunkt ihrer ZooTV-Zeit – kam es in Deutschland zu mehreren fremdenfeindlichen Aktionen. Diese führten zu einer Reihe öffentlicher Protestveranstaltungen. Eine davon fand im Hamburger Thalia-Theater und so saß Familie Ohm am Sonntagabend geschlossen vor dem Fernsehen – N3 übertrug die Veranstaltung – und beteiligte sich still am lauten Protest. Obwohl so laut war der Protest gar nicht, denn hauptsächlich wurde klassische Musik gespielt, es traten Singer-/Songwriter auf und Martin langweilte sich hauptsächlich.

Plötzlich – und ich meine plötzlich – wurde allerdings U2 angesagt. Unvergessen bleibt für mich dieses Gefühl des absoluten nicht-glauben-Wollens, aber tatsächlich traten Bono und Edge zusammen mit zwei Gastmusikern auf und spielten das damals noch sehr junge „One“. So bin ich von einem Auftritt nie wieder überrascht worden und werde es dank des Internets nie wieder werden …

U2tour.de schreibt zu dem Auftritt:

Am 30. und 31. Januar 1993 nehmen Bono und Edge bei einer Veranstaltung in Hamburg teil. Unter dem Titel ‚Stoppt Den Hass!‘ treffen sich zahlreiche Künstler, Schriftsteller und Historiker im Thalia Theater. Die Veranstaltung soll den Protest gegen die jüngsten fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Deutschland ausdrücken. Die Eintrittskarten werden für 200 DM verkauft, alle Einnahmen kommen UNICEF zu Gute. Am ersten Tag halten zahlreiche Prominente eine Rede zu dem Thema, u.a. auch Kris Kristofferson und Harvey Keitel. Bono hält eine Rede, in der er zum „gemeinsamen Kampf der Demokratie gegen jede Art von Faschismus“ aufruft. Außerdem kommen Opfer von Unterdrückung und Verfolgung zu Wort. Am zweiten Abend findet ein großes Konzert statt, bei dem Bono und Edge eine Version von ‚One‘ spielen. Begleitet werden sie dabei von dem indischen Geiger Jo Shankar und von Stefan Rager, dem Schlagzeuger der deutschen Band Jeremy Days. Bono hatte diesen erst zwei Stunden vor dem Auftritt angesprochen, ob er sie an den Drums unterstützen wolle.

Nun noch eine kleine Lobeshymne auf das Internet. Denn gäbe es keine glorreichen Erfindungen wie youtube wäre es nicht möglich, so perfekt Erinnerungen zu visualisieren – mit Ton:

[youtube nQmkwxzW9QU]

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