Don’t let the bastards grind you down … 1


30 Jahre musste Hamburg auf U2 warten, da ist sogar Bremen mit dem Zooropa-Konzert 1993 im Weserstadion besser vertreten gewesen. Möglicherweise ist es einzig der Initiative von u2tour.de zu verdanken gewesen, dass auch wir endlich mal einen relativ kurzen Weg zu einem U2-Konzert hatten.

Und was für Vorzeichen für ein außerordenliches Konzert. Beim ersten Konzert am Tag der Deutschen Einheit hat die Band erstmals auf der aktuellen Tour ihre Setlist „komplett“ umgeworfen – komplett ist bei U2 immer relativ: In diesem Fall ist der Austausch von vier Songs schon eine Sensation. So hatten wir beim zweiten Konzert wirklich keine Ahnung, was uns nach den ersten drei Songs erwarten würde.

Als Intro gab es eine intensive Video-Sequenz zunächst mit Bildern zerstörter europäischer Städte, gefolgt von einer Rede Charlie Chaplins als Der große Diktator. Mit The Blackout wurde die Show dann eröffnet wurde. Erste Überraschung des Sets war Gloria – einer meiner ersten Lieblingssong, damals vor vielen Jahren. Nach Beautiful Day war klar, dass auch wir in den Genuss der neuen Setlist kommen würde. Das Gitarrenriff von Zoo Station hämmert durch die Barclaycard-Arena, gefolgt von Stay und dem seid 26 Jahren nicht mehr regelmäßig gespielten Who’s gonna ride your wild horses.

Da wir uns – wie eigentlich immer – einen Platz in der zweiten Reihe an der B-Stage gesichert hatten, folgte nach der lustigen Intermession mit Grafic Novel zu Hold me, thrill me, kiss me kill me für uns die beste Zeit des Konzerts: U2 entern die B-Stage.

U2? Man könnte auch sagen drei bekannte Musiker und mit einem altbekannten Sänger: Mr. Macphisto ist zurück. Letztmalig lies Bono einen Alter Ego 1993 auftreten, nun ist es mal wieder an der Zeit angesichts des aufkeimenden Nationalismus in Europa und Ergomanen wie Trump, Kim und Putin den Teufel nach außen zu kehren. Der Auftritt von Mr. Macphisto endet mit meinem ganz persönlichen Höhepunkt, auf den ich warte, seit vor fast 30 Jahren Achtung Baby erschienen ist: Die Live-Performance von Acrobat.

Bis zur aktuellen Tour verweigerte die Band den Lieblingssong vieler Fans auf der Bühne zu präsentieren. Der Song, den ich vor 25 Jahren im Englisch-Unterricht bei Bernd Ibbeken interpretiert habe, und damals beim Versuch kläglich gescheitert bin.

Nach dem Auftritt auf der B-Stage folgen noch weitere Höhpunkte wie eine Gänsehaut-Version von New Year’s Day unter der Europaflagge, ein sehr lautes One und Bonos Abgang zu 13 … so wie er zu Beginn der Innocence and Experience-Tour vor drei Jahren die Bühne betreten hat.

Der Kreis hat sich geschlossen … noch nicht ganz. Dublin wartet schon.

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