Meine letzten Gedanken


Ich liebe das Kulturzentrum Schlachthof in Bremen. Konzerte in der Kesselhalle können eigentlich nur gelingen und ich habe bisher auch nichts anderes erlebt, doch was war gestern los? Da spielte die britische Alternativband in meiner Lieblingslocation und gegenüber dem Konzert in der unwürdigen Blues-Garage in Hannover 2014, waren die Rahmenbedingungen auch geschaffen für einen großartigen Konzertabend.

Und was sollte schief gehen, wenn sogar die Vorband LizZard von den Fans – wenn auch im Sitzen – gefeiert wird? Als Bruce Soord mit seiner Band, zu der seit einigen Jahren der hochgelobte ehemalige Porcupine Tree-Drummer Gavin Harrison gehört – pünktlich um 21 Uhr die etwas vergrößerte Bühne in eben jener Kesselhalle betritt, ist sogar der zuvor noch schwammige Sound perfekt. Es kann losgehen, denke ich mir … aber mit diesen Gedanken bleibe ich wohl alleine, stehend, auf meiner Empore. Gut, man kann in der Kesselhalle auch sitzen, aber macht das Sinn, wenn ich in der zweiten Reihe stehe und hinter mir keiner mehr etwas sieht?

Als auch nach dem vierten Song mein Rücken interessanter zu sein scheint, als die wirklich gute Performance der Band, wird es mir zuviel. Dann stürze ich mich doch lieber in das „Gedränge“ direkt vor der Bühne. Dort ist die Stimmung dem Konzert würdig, doch ändert das nichts an der Tatsache, dass es diesmal keinen Spaß macht, sich umzudrehen und die sonst so perfekte Atmosphäre im Schlachthof zu genießen.

An der Band liegt es nicht. Natürlich fehlt Bruce Soord einiges an Charisma, aber dafür ist seine musikalische Qualität und die seiner Band über jeden Zweifel erhaben. Es muss wohl doch am norddeutschen Publikum liegen, das ist wohl an einem Montagabend nicht für ein Konzert geeignet.

Schade, aber immerhin kann ich die zweite Hälfte genießen, trotzdem lässt mich die merkwürdige Stimmung nicht los. Aber vielleicht passt das ja auch zum Höhepunkt des Abends: „The Final Thing On My Mind“ – da kann man sich Gedanken drüber machen.

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