Wir waren hier


Untypisch war es, dass Boy ausgerechnet in der sonst etwas biederen Kulturetage Halt machen. Angesagte, neue Acts sind hier eher selten zu finden, umso überraschender, dass das deutsch-schweizerische Duo auch noch den Auftakt der Club-Tournee ausgerechnet in Oldenburg begeht. Vielleicht mögen Valeska Steiner und Sonja Glass auch gedacht haben, wenn sie es den Tourstart versemmeln, wird es wohl niemand erfahren, wenn es in der Provinz passiert.

Nervös waren die Boy-Frontfrauen schon, als sie die Bühne betraten, um ihr zweites Album vorzustellen. Das Dauergrinsen bekam besonders Sängerin Valeska nicht wieder aus dem Gesicht: „Kennt ihr das, wenn der Mund so trocken ist vor Aufregung, dass die Oberlippe nicht wieder runterrutscht?“, fragt sie mit einer fratzenhaften Verrenkung nach dem ersten Song, dem Titeltrack „We were here“.

Auch wenn sie nach ihrem überragenden Debüt vor mittlerweile vier Jahren  eine Welttournee absolvierten, die sie nach Japan und in die USA führte, nimmt man den beiden ihre Aufregung ab. Doch viele Aussetzer gibt es nicht, außer vielleicht der häufig deplatzierten und übertriebenen Lichtshow.

Überraschend ist es schon, dass das Konzert nach nur einer Stunde bereits vorbei sein soll. Und dass die zweite Zugabe nun wirklich nicht geplant war, mag stimmen. Richtig sympathisch wird es, als die beiden Frauen tatsächlich zur dritten Zugabe nochmal auf die Bühne kommen und fragen, was sie denn spielen sollen. Der Wunsch nach „July“ bleibt unerfüllt, denn „den Song haben wir wirklich nicht geprobt“. So viel „Profi“ steckt noch nicht in den beiden, statt dessen soll sich das Publikum einen anderen wünschen: „Am besten einen, den wir schon gespielt haben“, wünscht sich Sonja Glass verzweifelt.

Wir waren hier – und haben das nicht bereut!

 

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