Eine Fährfahrt, die könnte lustig sein 1


Als das Team Martin² am Sonnabendmorgen um 6.15 Uhr den Oldenburger Bahnhof erreichte, war ich auch endlich den Ohrwurm los, den der Radiowecker bei mir verursacht hatte. Bis dahin hatte ich die Befürchtung, dass mich dieses nervige Lied, an das ich mich nun partout nicht mehr erinnern kann, die ganzen geplanten 107,5 Kilometer begleiten würde, aber schon nach den drei Kilometern von Martin zum Bahnhof, war ich den Ohrwurm glücklicherweise wieder los.

Mit dem Zug zum Start nach Bremen

Mit dem Zug zum Start nach Bremen

Der Zug fuhr pünktlich ab und kurz bevor wir in Bremen ankamen, trafen wir die letzten Vorbereitungen, damit wir unvermittelt auf die Reise gehen konnten, schließlich wollten wir um 12 Uhr in Meitze ankommen und hatten dafür nicht einmal fünf Stunden Zeit. Vor dem Bremer Bahnhof mussten wir nur noch auf das GPS-Signal für unser Navi warten und los ging’s.

Schön, dass Bremen noch schlief. Unseren Weg kreuzten einzig ein paar Partygänger, für die die Nacht gerade erst zu Ende war, während für einige Jogger der Tag bereits anbrach. Der Weg, den wir uns beim ADFC-Tourenportal gebastelt hatten, führte uns auf Nebenstrecken durch Bremen und anschließend an der Weser entlang. In Dreye hatten wir nach elf Kilometern bereits die erste Panne, als sich bei Martins Fahrrad an der Verkabelung zum Rücklicht unter dem Schutzblech ein Plastikteil gelöst hatte und nur sehr rabiat gelöst werden konnte.

Gar nicht nett war, dass uns nach 32 Kilometer die Wegplanung ein einziges Mal im Stich ließ. Da wo früher vielleicht mal ein Feldweg gewesen sein mag, streichen wir das Wort „weg“. Auch dieses Hindernis überwanden wir auf Kosten von völlig verdreckten Rädern und gönnten uns kurze Zeit später nach 36 Kilometer eine kurze Verpflegungspause. So gestärkt stellten wir anschließend mit einem kleinen Sprint auf gerader Strecke unsere Maximalgeschwindigkeit des Tages (40 km/h) auf.

Die Fähre, die nicht fahren wollte

Die Fähre, die nicht fahren wollte

In Hoya erreichten wir wieder die Weser und begleiteten diese in sicherer Entfernung, bis wir sie in Schweringen auch überqueren wollten. Auf die Fährfahrt freuten wir und unsere Hintern uns besonders, doch es gibt Fähren, die fahren täglich ab 9 Uhr, sonntags ab 10 Uhr, nur wir mussten ja am Sonnabend unterwegs sein. Und da hatte man sich von offizieller Seite auf eine erste Abfahrt um 13 Uhr geeinigt und der Fährmann ließ sich auch telefonisch nicht überreden, für zwei Fahrradfahrer eine Sonderfahrt zu machen. Schließlich sei in Drakenburg ja eine Brücke. Na gut, fahren wir eben einen Zehn-Kilometer Umweg.

Dafür änderte sich die Fahrtrichtung ab nun immer mehr Richtung Osten und der Wind, der mittlerweile kräftig in unsere Rücken blies, egalisierte den zunehmenden Erschöpfungszustand des Team Martin².

Ein waghalsiges Manöver riskierten wir, als wir Wenden durchfuhren!! (Diesen Satz darf man gerne nochmal genießen). Und eine letzte Rast mit Fruchtmilch gönnten wir uns in Mandelsloh nach 93 Kilometern.

Freudige Begrüßung am Ziel

Freudige Begrüßung am Ziel

Nicht geplant war ein weiterer Stopp nach knapp 100 Kilometern, als mir die Luft ausging, also weniger mir als meinem Hinterreifen. Anstatt diesen zu flicken, entschieden wir uns für Aufpumpen und Gas geben. Und so rasten wir mit 30 km/h dem Ziel entgegen – schneller als die Luft aus meinem Hinterreifen entweichen konnten, erreichten wir mit nur 40-minütiger Verspätung nach 110 Kilometer mit einem Schnitt von 24,2 km/h mein Ziel.

Team Martin² auf dem Weg in die Wedermark

Epilog: Mein Ziel, war nicht Martins Ziel. Dieser wollte noch gemütlich bis Hannover weiter radeln. Was sicherlich schön gewesen wäre, denn mittlerweile schien die Sonne am blauen Himmel, doch auch Martin erwischte … oder besser: entwischte die Luft aus dem Hinterreifen. So war auch seine Fahrt kurz hinter Meitze in Bissendorf beendet.

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